Michael Leysinger
LL.M. International Tax Law (UZH)
MAS FH in Taxation, LL.M.
DAS FH in MWST/VAT
Dipl. Steuerexperte und Dipl. Treuhandexperte
Dipl. Wirtschaftsprüfer
Dipl. Experte in Rechnungslegung und Controlling
Zert. Experte Swiss GAAP FERDAS MWST/ VAT FH
,Grabackerstrasse 6
4500 Solothurn
+41 32 625 57 00
,Mainaustrasse 21
8008 Zürich
+41 44 361 04 45
,+41 79 250 21 16
+852 9327 36 15
michael@leysinger.tax
,Beratungstätigkeiten
Steuerberatung direkte Steuern Unternehmen
Steuerberatung Privat national und international
Steuerberatung Mehrwertsteuer/VAT Schweiz und EU
Beratung Sozialversicherungen national und international
Abschlussberatung OR und Swiss GAAP FER
Unternehmensbewertung
Unternehmensumstrukturierung und M&A
Nachfolgeplanung und Erb- und Güterrecht
UNTERNEHMENSSTEUERREFORMGESETZ III: N E I N!
Sonntag, 12. Februar 2017 wird vom Schweizer Volk über die Unternehmenssteuerreform III (USR III) abgestimmt. 

I. 	Worüber wird denn abgestimmt?
•	Die heute mächtigen «Statusgesellschaften» werden in Zukunft ihre Steuerprivilegien verlieren (auch wenn die USR III abgelehnt wird).
•	Neu sollen alle juristischen Personen (AG, GmbH etc.) tiefere Gewinnsteuern bezahlen.
•	Neben dem sollen neu auch weitere «gewisse» Unternehmen (angeblich auch KMU) steuerlich privilegiert werden.
•	Diese neuen Privilegien heissen: Patentbox, erhöhte Abzüge für Forschung und Entwicklung, zinsbereinigte Gewinnsteuer.

II. 	Warum werden diese Privilegien für die KMU kaum erhältlich sein?
•	Weil die Spielregeln (stehen nicht im Abstimmungsbüchlein!) sehr komplex sind;
•	Um zum Ziel zu kommen, müssen die KMU eine unglaubliche Bürokratie aufziehen – dazu benötigen sie viel Zeit und auch teure Beratung;
•	Im Endeffekt werden bei KMU diese zusätzlichen Steuereinsparungen durch hohe Verwaltungs- und Beratungskosten aufgesogen und damit neutralisiert.
•	Im Endergebnis ergibt sich für KMU ein Nullsummenspiel, also keine Steuervergünstigung.
•	Die grossen Gesellschaften (oft multinationale Gesellschaften und andere «Fat Cats») hingegen haben genügend Ressourcen und Geld (economy of scale), um an diese zusätzlichen Steuervergünstigungen zu kommen.

III. 	Fazit
•	Bei der USR III geht es ganz klar darum, die Steuerprivilegien für «Statusgesellschaften» zu bewahren, indem sie fiskalisch ummaskiert werden.
•	Die KMU werden gegenüber den grossen Gesellschaften ohne Grund benachteiligt. Deshalb empfehle ich: Stimmen Sie NEIN!

Nachfolgend noch einige technische Details zur USR III:
1.	Abschaffung von Privilegien für Holding-, Domizil- und gemischte Gesellschaften.
Diese «Steuersparregime» konnten bisher in der Schweiz (ausser bei Holdinggesellschaften) nur für international tätige Gesellschaften steuerlich wirksam werden (enorm grosse Sparmöglichkeiten). Das war ein Dorn im Auge anderer Länder, die teilweise auch solche Regime kannten. Auf Anlass der OECD (die Schweiz ist Mitglied) müssen diese Regime abgeschafft werden. Grund: Diese Privilegien waren nur für im Ausland generierte Umsätze bzw. Gewinn erhältlich. Schweizer Firmen waren davon ausgeschlossen und das wurde von der OECD als falsch empfunden.
2.	Patentbox.
Als Ersatz für die Abschaffung der Regime in Ziff. 1 wird nun eine sog. Patentbox geschaffen. Mit dieser werden Erträge aus Patenten und vergleichbaren Rechten tiefer besteuert. Alle Gewinne, die dieser Patentbox zugewiesen werden, sind steuerlich begünstigt bzw. sogar freigestellt. Damit man da aber zum fiskalischen Glück kommt, muss ein riesiger Aufwand betrieben werden (eine Aufzählung kann aus Platzmangel an dieser Stelle nicht erfolgen). Dieser Aufwand ist für KMU nicht zumutbar, denn alleine werden sie es vermutlich nicht schaffen, den hohen administrativen Anforderungen gerecht zu werden und die damit verbunden hohen Beratungs- und auch internen Kosten zu tragen (Stichwort: unproduktive Arbeitszeit).
3.	Erhöhte Abzüge für Forschung und Entwicklung («Superdeduction»).
Für Forschung und Entwicklung (F&E) ist eine sog. «Superdeduction» (Abzug 150% der effektiv entstandenen Kosten) vorgesehen. Es sollen also 50 % mehr Kosten abgezogen werden können als diejenigen, die effektiv entstanden sind. Bei Grossfirmen wird dies sicher begrüsst. Die kleineren Firmen scheitern, weil sie mit ihren beschränkten administrativen Ressourcen nicht in der Lage sein werden, diese F&E – Kosten nachzuweisen. Also wird diese «Superdeduction» für die KMU kaum erhältlich sein.
4.	Zinsbereinigte Gewinnsteuer.
Auf überdurchschnittlichem Eigenkapital kann steuerlich ein fiktiver Zinsabzug vorgenommen werden; hier – ausnahmsweise – profitieren die stark mit Eigenkapital finanzierten Unternehmen (auch KMU!); also für alle juristischen Personen mit hohem Eigenkapital eine gute Sache. Das kleine schwachkapitalisierte KMU (Start-Up) hat allerdings das Nachsehen.
4.	Technisches.
Die Vorlage enthält noch verschiedene Massnahmen, wie die Begrenzung dieser Abzüge, Anpassung an die Kapitalsteuer, Aufdeckung bestimmter stiller Reserven bei Zu- oder Abzug von Regimegesellschaften, die aber an dieser Stelle weniger interessieren.